Warnsystem gegen sexuelle Übergriffe

Dechant Stefan Keller und Sigrun Bogers aus Straelen gehören zur Steuerungsgruppe im Dekanat Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer

Im Dekanat Geldern wird an einem Institutionellen Schutzkonzept gearbeitet. Steuerungsgruppe koordiniert.

Genau hinsehen, wo es Räume für mögliche Übergriffe geben könnte, und genau hinhören, damit insbesondere Kinder und Jugendliche sich nicht schon durch übergriffige Sprache bedrängt fühlen – das sind nur einige Aspekte im sogenannten Institutionellen Schutzkonzept (ISK). Alle Pfarreien und Einrichtungen im Bistum Münster haben die Aufgabe, ein solches ISK zu erstellen. Es ist dabei individuell auf die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abgestimmt.

Pfarrer Stefan Keller ist Dechant im Dekanat Geldern, zu dem die sechs Pfarreien in Geldern, Issum, Straelen, Kerken, Wachtendonk und Rheurdt gehören. „In allen Pfarreien gibt es unterschiedliche Voraussetzungen“, erklärt Keller, „aber es gibt auch grundsätzliche Dinge, die bei allen gleich sind.“ Daher habe man sich dazu entschieden, im Dekanat eine Steuerungsgruppe zu bilden, die die Pfarreien bei der Aufstellung ihres jeweiligen ISK berät und unterstützt. Neben Keller gehören dazu Sigrun Bogers aus Straelen, Pastoralreferentin sowie Ehe-, Familien- und Lebensberaterin, und Ursula Kertelge von der Familienbildungsstätte. Sie ist als Präventionsbeauftrage des Bildungsforums im Kreisdekanat Kleve bereits Expertin für Schutzkonzepte. Sigrun Bogers erklärt die Idee der Steuerungsgruppe: „Es muss ja nicht überall das Rad neu erfunden werden. Zum Beispiel gelten überall die gleichen Telefonnummern, wer zu alarmieren ist, wenn der Verdacht sexualisierter Gewalt im Raum steht. Das gilt auch für das Verhalten gegenüber möglichen Opfern und Tätern.“ Informationen also, die alle sechs Pfarreien in ihr ISK übernehmen können.

Durch die Vernetzung – gemeinsam mit der Steuerungsgruppe haben sich die jeweiligen ISK-Verantwortlichen aus den Pfarreien bisher zwei Mal getroffen – sollen außerdem Synergieeffekte entstehen. So können Erfahrungen, beispielsweise bei der Befragung von Gruppen, die ein Pfarrheim nutzen, ausgetauscht werden. „Ein weiterer Effekt ist, dass sich die Pfarreien untereinander besser kennenlernen, auch unabhängig vom Schutzkonzept“, berichtet Bogers. Wichtig ist den Mitgliedern der Steuerungsgruppe, dass das ISK nicht alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter unter Generalverdacht stellt. „Wir können jedoch nicht die Augen davor verschließen, dass sexualisierte Gewalt grundsätzlich auch in unseren Pfarreien ausgeübt werden kann“, betont Keller. „Durch das ISK geben wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ob sie beruflich oder ehrenamtlich für uns tätig sind, mehr Sicherheit im Miteinander. Potenzielle Täter sollen schon im Vorfeld sehen, dass wir sexualisierte Gewalt in keiner unserer Einrichtungen tolerieren und im Verdachtsfall konsequent handeln.

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