Pfarrei Liebfrauen-Überwasser in Münster entwickelt Schutzkonzept

Bei einem ersten Treffen informierten sich die Mitglieder der Projektgruppe über Struktur und Inhalt des Institutionellen Schutzkonzeptes. Foto: Pfarrei Liebfrauen-Überwasser

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat im Bistum Münster oberste Priorität. Auch die Pfarrei Liebfrauen-Überwasser in Münster hat sich dieses Thema auf die Fahnen geschrieben. In den kommenden Monaten wollen die Verantwortlichen ein Institutionelles Schutzkonzept (ISK) erstellen. Dazu hat das Bistum Münster alle Pfarreien und Einrichtungen verpflichtet. Das ISK soll Maßnahmen festlegen, die das Risiko grenzverletzenden Verhaltens und sexualisierter Gewalt vor Ort senken.

Bei einem ersten Treffen mit der zwölfköpfigen Projektgruppe gab Doris Eberhardt einen ersten Einblick in Struktur und Inhalte des Konzeptes. Die regionale Präventionsfachkraft des Bistums berät und begleitet die Pfarreien unter anderem im Stadtdekanat Münster. „Ziel ist es, mit den Menschen in den Pfarreien ein praxisorientiertes, niedrigschwelliges und alltagstaugliches Konzept zu entwickeln“, erklärte sie. Dabei sei der Weg das Ziel, betonte Eberhardt, denn Unsicherheiten im Umgang mit grenzverletzendem Verhalten und sexualisierter Gewalt kennen viele Menschen aus ihrem Alltag. Damit das ISK kein theoretisches Papier werde, müssten die Menschen aus der Pfarrei einbezogen werden.

In Liebfrauen-Überwasser hat das gut funktioniert: In der Projektgruppe arbeiten Vertreterinnen und Vertreter sowohl aus allen drei Gemeindeteilen als auch aus den verschiedenen Altersgruppen und Bereichen der Pfarrei mit. „Prävention geht alle Gemeindemitglieder etwas an“, ist Pastoralreferent Stefan Scholtyssek überzeugt. Für den Seelsorger liegt die Notwendigkeit des Themas auf der Hand: „Es geht um den Schutz von Kindern und Jugendlichen.“ Darum sollen möglichst alle, die in der Pfarrei mit schutz- und hilfebedürftigen Menschen zu tun haben, sensibilisiert werden. Mit dem ISK solle das Risiko minimiert werden, in der Pfarrei zum Opfer sexualisierter Gewalt zu werden. Gleichzeitig solle die Chance erhöht werden, im Falle eines Missbrauchs qualifizierte Hilfe zu erhalten.

In den kommenden Wochen werden die Mitglieder der Projektgruppe die Leiterrunden der Kinder- und Jugendgruppen sowie die Gremien besuchen, um zu klären, in welchen Bereichen das ISK im Alltag greifen soll.

In der Projektgruppe wirken mit: Yanti Stroetmann und Angelika Lemmen-Sternberg (Kirchenvorstand), Maria Albrecht (Pfarreirat), Doris Hoeter (Verbundleitung, Kita), Barbara Tietz (Verwaltungsreferentin), Thomas Mayr (Diakon und Chorleiter), Stephanie Fark (Leiterin des Kinder- und Jugendtreffs Nienberge), Katharina Fröhle und Stefan Scholtyssek (Pastoralreferenten), Annalena Pruhs, Tobias Mevenkamp und Johannes Grohs (Jugendarbeit).

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