Was Kinder und Jugendliche wissen müssen! - Präventionsgrundsätze

Im alltäglichen Umgang mit Kindern und Jugendlichen, besonders aber auch in der Kinder- und Jugendarbeit, sind die bisher entwickelten Grundsätze aus der Präventionsarbeit wichtig. Sie in den "normalen" Umgang untereinander zu integrieren sollte Ziel jeder Form von Kinder- und Jugendarbeit sein.

Kindern und Jugendlichen muss vermittelt werden:

  1. Es gibt angenehme, aber auch unangenehme Gefühle und diese sollen/können auch ausgedrückt werden. Es gibt auch "komische" Gefühle, die positiv und negativ zugleich sein können.

  2. Ebenso gibt es gute und schlechte Geheimnisse. Schlechte Geheimnisse machen ungute (schlechte) Gefühle und dürfen (müssen) weitergesagt werden. Das ist kein Verpetzen.

  3. Jede/r hat das Recht "nein" zu sagen, wenn etwas geschieht, was unangenehme Gefühle macht.

  4. Jede/r hat das Recht auf den eigenen Körper. Niemand darf eine/n andere berühren, wenn dies nicht gewollt ist.

  5. Es gibt sexualisierte Gewalt! Täter/innen sind meist Menschen, die bekannt/verwandt sind. Das heißt nicht der "böse Mann" ist vermutlich der Täter, sondern jemand, den man gern hat, der aber eine Grenze verletzt.

  6. Erwachsene wissen, dass es sexualisierte Gewalt gibt. Sie haben die Aufgabe sensibel hinzuhören, wenn Kinder und Jugendliche diesbezüglich etwas erzählen.

Sechs Mutmacher für Kinder und Jugendliche

  • Dein Körper gehört dir!
    Niemand hat das Recht, dich gegen deinen Willen anzufassen! Du darfst selbst bestimmen, wer dich streicheln oder küssen darf. Gegen Berührungen und Blicke, die dir unangenehm sind, egal von wem, darfst du dich wehren!

  • Vertraue deinem Gefühl!
    Du kannst dich auf deine Gefühle verlassen, auch wenn jemand dir etwas anderes einreden will.

  • Du hast ein Recht, Nein zu sagen!
    Wenn dich jemand gegen deinen Willen anfassen will oder dich zu Dingen überreden will, die dir unangenehm sind, darfst du sagen: "Nein, das will ich nicht!" Trau dich, auch wenn es nicht einfach ist! Du kannst auch laut werden!

  • Unheimliche Geheimnisse darfst du weitererzählen!
    Geheimnisse sollen Freude machen, zum Beispiel eine Geburtstagsüberraschung. Geheimnisse, die dir Angst machen, erzählst du jedoch besser weiter, auch wenn du versprochen hast, sie für dich zu behalten.

  • Du hast ein Recht auf Hilfe!
    Hole Hilfe, wenn du das brauchst; das kann dir niemand verbieten. Und wenn der, dem du dich anvertraust, dir nicht glaubt, dann gib nicht auf und suche einen anderen, bei dem du dich verstanden fühlst. Hilfe holen ist kein Petzen!

  • Keiner darf dir Angst machen!
    Lass dir von niemandem einreden, dass etwas Schreckliches passiert, wenn du ein schlechtes Geheimnis verrätst oder Hilfe holst. Das zeigt nur, dass der andere selbst etwas schlimmes verbergen möchte.

(Zitat aus einem Elternbrief "Was tun gegen Missbrauch" des du+wir e. V., einer Initiative der katholischen Kirche)


Text: Bayrischer Jugendring "Prävention vor sexueller Gewalt in der Kinder- und Jugendarbeit, Grundlagen und Methoden präventiver Arbeit, Baustein 3"
E-Mail: seppendorf@bistum-muenster.de

 

 

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