Schutzkonzept schafft Transparenz: Mitarbeitende der Offenen Jugendarbeit informierten sich

Julia Wehofsky vom Regionalbüro Mitte, Berthold Sanders von der Pfarrei St. Nikolaus in Münster, Antonietta Kern, Leiterin des Kindertreffs „Kiste“ in Burgsteinfurt, und Ann-Kathrin Kahle von der Stabstelle Prävention des Bistums Münster (von links) standen den Teilnehmenden Rede und Antwort. Foto: Michaela Kiepe

Zu einem Studientag unter dem Motto "Augen auf! Hinsehen und schützen!" hatte die Stabstelle Prävention gemeinsam mit dem Referat Offene Kinder- und Jugendarbeit des Bistums Münster in die Heimvolkshochschule "Gottfried-Könzgen-Heim" nach Haltern eingeladen. 36 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Bistum waren gekommen, um sich über das "Institutionalisierte Schutzkonzept" (ISK) zu informieren. Alle Pfarreien und Institutionen im Bistum sind aufgerufen, sich entsprechend auf den Weg zu machen, um künftig sensibel für sexualisierte Gewalt und grenzverletzendes Verhalten zu sein.

Nach der Vorstellung des Schutzkonzeptes, das verschiedene Bausteine umfasst, berichteten Antonietta Kern, Leiterin des Kindertreffs "Kiste" der Pfarrei St. Nikomedes in Burgsteinfurt, und Berthold Sanders, Jugendreferent in St. Nikolaus und Leiter des offenen Kinder- und Jugendtreffs St. Ida Münster, von ihren Erfahrungen.

Beide haben sich auf den Weg zum "Institutionellen Schutzkonzept" gemacht. "Dabei haben wir die Pfarrei und unsere Einrichtung im Blick. Allerdings stehen wir noch am Anfang", erklärte Kern, die wie Sanders Präventionsfachkraft ist und bereits mehrere Schulungen geleitet hat. Zu Beginn stand bei beiden eine Aufstellung. Welche Gruppen gibt es in der Jugendarbeit der Pfarrei? Welche organisieren sich selbst? "Und wer beschäftigt sich mit dem Thema? Was brauchen wir und welche Hilfe können wir uns von außen hinzu holen", formulierte Kern weitere Fragen. Sie sieht die Erstellung eines Schutzkonzeptes als Chance für alle Einrichtungen. "Es schafft Transparenz. Jeder Haupt- und Ehrenamtliche weiß, wie er helfen kann. Die Wege sind kurz, die Strukturen klar. Das Thema ‚sexualisierte‘ Gewalt ist kein böses Thema. Wir stellen uns ihm wie jedem anderen auch", verdeutlichte Kern.

Ein praktisches Ergebnis der bisherigen Arbeit stellte Sanders vor. "Wir haben für jeden, der in der Jugendarbeit tätig ist, eine Karte angelegt. Darauf ist beispielsweise vermerkt, wann das Führungszeugnis vorgelegt wurde. Aber auch zusätzliche Informationen wie Rettungsschwimmer oder Ersthelfer finden sich auf der Karte. So haben wir einen guten Überblick", berichtete er. Wichtig sei es, dass die Mitarbeitenden der Einrichtungen sich in die Prozesse einbringen. "Denn wir arbeiten jeden Tag mit Kindern und Jugendlichen. Auch kennen wir die Abläufe, haben sie nur noch nicht verschriftlicht", machte Kern Mut. Die Erarbeitung des Schutzkonzeptes biete zudem die Chance, beteiligte Ehrenamtliche zu professionalisieren.

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