Gemeinsamer Startschuss: Institutionelles Schutzkonzept

Doris Eberhardt, Präventionsfachkraft für das Kreisdekanat Warendorf (Zweite von links), informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Institutionelle Schutzkonzept. Foto: Doris Suer / LVHS

Gemeinsam geht es leichter: Das haben sich zwölf Teilnehmende aus sechs Pfarreien im Kreisdekanat Warendorf beim Thema Präventionsarbeit gegen grenzverletzendes Verhalten und sexualisierte Gewalt gedacht. Bei einem Werkstatttag in der Landvolkshochschule (LVHS) in Freckenhorst informierten sich Teilnehmer aus St. Bartholomäus Ahlen, St. Franziskus Beckum, St. Regina Drensteinfurt, St. Ambrosius Ostbevern, St. Marien und Johannes Sassenberg sowie Ss. Bartholomäus und Johannes der Täufer Warendorf über das Institutionelle Schutzkonzept (ISK) und diskutierten praktische Umsetzungsmöglichkeiten.

"Ziel ist, mit den Menschen in den Pfarreien ein praxisorientiertes, niedrigschwelliges und alltagstaugliches Konzept zu entwickeln", erklärte Doris Eberhardt. Als Präventionsfachkraft berät und begleitet sie die Pfarreien in der Region Münster/Warendorf bei der Erstellung eines ISK. Zusammen mit Beate Meintrup von der Fachstelle Prävention des Bistums Münster informierte sie die Teilnehmenden über das ISK, gab Tipps für die Erstellung und Antworten auf Fragen.
Wie sollen wir starten? Wie können wir Vorhandenes nutzen, Schwachstellen verbessern und praxisorientiert vorgehen? Diese und ähnliche Fragen beschäftigten viele Haupt- und Ehrenamtliche zu Beginn, wusste Eberhardt. "Dabei ist der Weg das Ziel", betonte sie, denn Unsicherheiten im Umgang mit grenzverletzendem Verhalten und sexualisierter Gewalt kennen viele Menschen aus ihrem Alltag. Damit das ISK kein theoretisches Papier werde, müssten die Menschen aus der Pfarrei an geeigneten Stellen des Prozesses einbezogen werden. "Nur so können wir beim Thema Prävention miteinander sprach- und handlungsfähig werden und das Konzept auch im Alltag umsetzen."

Eine Projektgruppe müsse klären, in welchen Bereichen das ISK im Alltag greifen soll. Dazu gehörten Vertreter von Kitas, Ferienlagern, Kinderchören oder Jugendgruppen, nannte Eberhardt Beispiele: "Wichtig ist es, die Bedarfe für Kinder, Jugendliche, Haupt- und Ehrenamtliche zu erkennen und hilfreiche Wege und Absprachen im Umgang mit grenzverletzendem Verhalten und sexualisierter Gewalt zu erarbeiten."

Und dass dies gemeinsam leichter geht, darin waren sich die Teilnehmenden am Ende des Werkstatttages einig. Durch konkrete Informationen, Anregungen und den Austausch miteinander sei das Thema konkreter zu fassen und umzusetzen. "Meine Erwartungen und Wünsche wurden heute eins zu eins erfüllt", bilanzierte Pfarrer Thomas Linsen aus Beckum. Als hilfreich habe er den Austausch empfunden und dass er direkt Antworten auf Fragen bekommen habe. "Ich fühle mich bestärkt und bestätigt, erstmal anzufangen und darauf zu vertrauen, dass es wächst", sagte er, "der Tag war sehr gut geleitet, kleinschrittig, und es ging trotzdem gut vorwärts." Und Pfarrer Martin Göbel aus Dreinsteinfurt stellte fest: "Die Motivation zu starten nehme ich in meiner Hosentasche mit, auch wenn noch nicht alles klar ist."

Weitere Informationen zum Institutionellen Schutzkonzept gibt es im Internet auf www.praevention-im-bistum-muenster.de/praevention/isk/.  

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