Fachstelle Prävention des Bistums hat Arbeitshilfe herausgegeben

Die Mitglieder der Präventionsgruppe der Pfarrei St. Mauritz in Münster: (von links) Jan-Christoph Horn, Marion Tumbrink (Pastoralassistentin), Sonja Andrees (Kita-Verbundleitung), Michael Tuschewitzki (Leitung Kinder- und Jugendtreff Cross Over und Präventionsfachkraft der Pfarrei), Doris Eberhardt, Elisabeth Hemfort (Kirchenvorstand) und Bernd Lenkeit (Pfarreirat und Kirchenvorstand). Foto: Pfarrei St. Mauritz

Präventionsarbeit gegen grenzverletzendes Verhalten und sexualisierte Gewalt hat für das Bistum Münster hohe Priorität – auch in seinen Pfarreien und Einrichtungen. Haupt- und Ehrenamtliche werden in Präventionsschulungen über das Thema informiert und für den Umgang im Alltag sensibilisiert. Auch folgen bereits die ersten Pfarreien dem Auftrag des Bistums, ein sogenanntes Institutionelles Schutzkonzept (ISK) zu erstellen. "Ziel ist es, gemeinsam mit den Menschen in den Pfarreien ein praxisorientiertes, niedrigschwelliges und alltagstaugliches Konzept zu entwickeln", erklärt Doris Eberhardt. Sie ist Präventionsfachkraft und berät und begleitet die Pfarreien in der Region Münster/Warendorf bei der Erstellung eines ISK. Als weitere Unterstützung hat die Fachstelle Prävention im Bistum Münster eine Arbeitshilfe herausgegeben.

Jan-Christoph Horn, Pastoralreferent in der Pfarrei St. Mauritz in Münster, leitet seit Herbst 2016 eine Projektgruppe der Pfarrei, die das ISK erarbeitet. Er ist dankbar für diese Form der Unterstützung und weiß um die Notwendigkeit: "Das ISK ist nicht nur ein Text. Es soll eine ‚Selbstverständlichkeit‘ im Leben der Pfarrei werden, um unbefangen und ohne Scheu in die Wirklichkeit sexualisierter Gewalt zu schauen." Die Projektgruppe, die aus Vertretern von Pfarreirat, Kirchenvorstand, Seelsorgeteam, Kindergarten, Jugendarbeit und Katechese besteht, habe zunächst die Bereiche definiert, in denen das ISK greifen soll. Wo potenzielles Risiko für grenzverletzendes Verhalten und sexualisierte Gewalt vorhanden ist, sei dabei die Leitfrage gewesen. "Unsere Auffassung ist, dass sexualisierte Gewalt nicht nur körperlicher Missbrauch ist, sondern schon bei der Sprache beginnt und auch ein gesundes Verhältnis von Nähe und Distanz betrifft", erklärt er.

Derzeit prüfe jedes Team den "Stand der Dinge" bei sich. So reflektiere die Fachgruppe Jugend die Verhaltenskodices der Jugendgruppen, beispielsweise im Blick auf Ferienmaßnahmen; die Pfarrei als Dienstgeber nutze die Möglichkeit, ihr Personal in externen Seminaren zu schulen; der Personalausschuss prüfe, wie das Thema in Bewerbungsverfahren eingebracht werden könne. "Aus all dem ergibt sich, wo bereits Standards vorhanden sind und wo noch Klärungsbedarf besteht", fasst Horn zusammen. Eine Herausforderung sieht er vor allem in den dafür benötigten Ressourcen, personell wie finanziell.

Der zeitliche Mehraufwand durch die Schulungen ist eine Anfrage, den der Pastoralreferent vor allem von Ehrenamtlichen zu hören bekommt. "Da gilt es Überzeugungsarbeit zu leisten, denn eine vorgesetzte Vorschrift fände keine Akzeptanz", erklärt er. Für viele in der Pfarrei Engagierte überwiege nach der Schulung aber der Nutzen: "Sie haben ihr persönliches Wissen und Handlungsspektrum erweitert und tragen die Kultur der Achtsamkeit in der Pfarrei mit", sagt Horn. Das schließe die Bereitschaft der persönlichen und fachlichen Qualifizierung ein und damit auch die Schulungen zur Prävention sexualisierter Gewalt.

Die Arbeitshilfe für Pfarreien zur Erstellung eines Institutionellen Schutzkonzeptes sowie Grundlagen, Informationen, Materialien und Methoden zu den Bausteinen des ISK stehen zum Download bereit.

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