Die Pfarreien in Marl haben ein gemeinsames Schutzkonzept erstellt

Zwölf Seiten umfasst das Institutionelle Schutzkonzept – kurz ISK – der Pfarreien Heilige Edith Stein und St. Franziskus, für das Laura Kapellner und Benedikt Stelthove die Federführung übernommen haben.
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe

Gemeinsam haben die katholischen Pfarreien Heilige Edith Stein und St. Franziskus in Marl ein institutionelles Schutzkonzept – kurz ISK – erarbeitet. „Es ist sinnvoll, zusammen ein Präventionskonzept für beide Pfarreien zu erstellen, denn die Rahmenbedingungen sind sehr ähnlich“, sagt Pastoralreferent Benedikt Stelthove. Zusammen mit Pastoralreferentin Laura Kapellner hatte er die Federführung bei der Entwicklung übernommen. In erster Linie geht es darum, Haupt- und Ehrenamtliche in den unterschiedlichen Gruppen vor Ort für die Themen „grenzverletzendes Verhalten“ und „sexualisierte Gewalt“ zu sensibilisieren. Unterstützung erhielten die Beteiligten von Yvonne Rutz, regionale Präventionsfachkraft des Bistums Münster. „Jetzt haben wir eine klare Linie, die es alles verbindlich und schriftlich festhält“, nennt Stelthove einen Vorteil des ISK, das alle Pfarreien erstellen müssen. Denn Prävention hat im Bistum Münster einen hohen Stellenwert. „Bei allen Themen war Yvonne Rutz immer eine gute Ansprechpartnerin, die uns bei unseren Fragen weiterhelfen konnte“, lobt Kapellner die Unterstützung durch die Fachfrau.

Fast ein Jahr haben sich die Gemeinden mit dem Thema grenzverletzendes Verhalten intensiv beschäftigt. Am Anfang der Arbeit stand eine Risikoanalyse. „Wir haben uns darüber Gedanken gemacht, wer wo mit Kindern und Jugendlichen in unseren Pfarreien arbeitet – vom Priester bis zur Gärtnerin, egal ob haupt- und ehrenamtlich“, informiert Kapellner. Daraus wurde ein Fragebogen für die Engagierten in der Kinder- und Jugendarbeit entwickelt, der entweder selbst beantwortet werden konnte oder als Grundlage für Interviews diente. „Wir haben gemerkt, dass die Ehrenamtlichen bereits viele Aspekte umsetzen, die sie in den verbindlichen Präventionsschulungen gelernt haben“, führt Stelthove weiter aus. Weil die Schulungen der Regionalbüros schnell ausgebucht sind, bieten die Marler im nächsten Jahr eigene an. „Wir möchten unseren Gruppen- und Ferienfreizeitleitern die Schulung vor Ort ermöglichen“, berichtet der Pastoralreferent.

Das Schutzkonzept beinhaltet einen Verhaltenskodex ebenso wie Ansprechpartner innerhalb der Pfarreien als auch externe Beratungsstellen. „Damit sind die Wege klar, wer im Fall einer Grenzüberschreitung zuständig ist und wo es Hilfe gibt“, sagt Kapellner. Wenn das Konzept nach den Wahlen von den neuen Kirchenvorständen genehmigt wird, wird es für alle Interessierten zugänglich sein und beispielsweise auf der Homepage der Pfarreien veröffentlicht. Doch das ISK ist nicht in Stein gemeißelt, sondern wird immer wieder überprüft. „Wir brauchen eine Testphase ebenso wie Rückmeldungen, wenn etwas nicht praktikabel ist“, wünscht sich Stelthove. Wichtig sei das Bewusstsein, dass Prävention auch immer mit dem Umgang miteinander zu tun habe. „Wir hoffen, dass dieses Konzept zu einem Alltagsgegenstand und einer großen Hilfe im Kinder- und Jugendbereich wird“, sagt Kapellner.

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