Doris Eberhardt ist Präventionsfachkraft für Münster und Warendorf

Doris Eberhardt ist als regionale Präventionsfachkraft Ansprechpartnerin in den Pfarreien des Stadtdekanats Münster sowie des Kreisdekanats Warendorf

Es ist ein sensibles Thema, dem sich Doris Eberhardt seit wenigen Wochen widmet: der Schutz von Menschen, die sich kirchlichen Einrichtungen anvertrauen, vor sexualisierter Gewalt. Seit April ist die Diplompädagogin regionale Präventionsfachkraft im Bistum Münster und zuständig für das Stadtdekanat Münster und das Kreisdekanat Warendorf.

Die 40-Jährige ist zur Stelle, um Pfarreien und Gemeinden bei der Umsetzung des sogenannten Institutionellen Schutzkonzeptes (ISK) zu unterstützen. Im Bereich Prävention hat das Bistum Münster seit 2011 bereits 13.500 Personen bistumsweit geschult. Darüber hinaus hat es seine Einrichtungen verpflichtet, das Institutionelle Schutzkonzept bis 2018 umzusetzen. Damit das gelingt, steht Doris Eberhardt als Ansprechpartnerin bereit: "Ich möchte die Menschen in den Pfarreien dabei begleiten und in diesem Bereich sozusagen mit ihnen laufen lernen", erklärt sie.

Wie ihre beiden Kolleginnen in den übrigen Bistumsregionen wird sie, so sieht es die "Ordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch" vor, den Trägern katholischer Einrichtungen, besonders den Pfarreien, bei der Umsetzung des Schutzkonzeptes helfen. Inhalte sind vor allem die kontinuierliche und systematische Aus- und Fortbildung, die Entwicklung verlässlicher Beschwerdewege und ein Verhaltenscodex. Erklärtes Ziel ist es, die Schulungsarbeit des Bistums konsequent fortzusetzen und einen Prozess der Sensibilisierung und Auseinandersetzung zu Fragen des Kinderschutzes vor Ort weiterzuführen.

Doris Eberhardt sieht sich als "Schnittstelle zwischen dem geduldigen Papier des Schutzkonzeptes und den Menschen vor Ort". Sie möchte den Pfarreien dabei helfen, die Theorie mit Leben zu füllen. "Dabei ist aber der Weg das Ziel", betont sie, denn es gehe vor allem um eine Auseinandersetzung mit dem Tabuthema der sexualisierten Gewalt. Die Diplompädagogin hat durch Tätigkeiten in der Jugendverbandsarbeit sowie bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereits viel Erfahrung im Bereich der Präventionsarbeit. Noch während des Studiums ließ sie sich außerdem zur Sexualpädagogin weiterbilden, gibt bundesweit Seminare zu sexualpädagogischen Themen. Neben der präventiven Arbeit im Hinblick auf die Schutzkonzepte, möchte Eberhardt den Haupt- und Ehrenamtlichen in den Pfarreien aber auch erklären, wie sie in einem konkreten Fall reagieren können, wenn sich ihnen ein missbrauchtes Kind anvertraut. "Ich möchte mit den Menschen ins Gespräch kommen und sie auch als Multiplikatoren im Bereich sexualisierte Gewalt befähigen", sagt sie.

Doris Eberhardt ist per Email an eberhardt-d@bistum-muenster.de zu erreichen. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es im Internet unter www.praevention-im-bistum-muenster.de.

Stichwort "sexualisierte Gewalt"
Für den Begriff der "sexualisierten Gewalt" gibt es zurzeit noch keine allgemeingültige Definition. Stets handelt es sich um die Ausnutzung eines Machtgefälles aufgrund von Geschlecht, Alter, körperlicher Überlegenheit, Herkunft und sozialem Status. Dabei verfügt die überlegene Person über die größere Macht oder Autorität, die es ihr gestattet, den Ablauf eines sozialen Kontaktes einseitig in ihrem Interesse zu gestalten. Die Betroffenen sind aufgrund des bestehenden Machtgefälles meist nicht in der Lage, ohne Unterstützung von außen für ihr Recht auf seelische und körperliche Unversehrtheit und ihr Recht auf Hilfe wirksam einzutreten.

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